Archiv für November 2013

Nach antisemitischen Schmierereien: Kundgebung und Spontandemonstration in Freiburg

Am 26.11.2013 versammelten sich gegen 19 Uhr circa 60 Menschen an der Wiwili-Brücke in Freiburg zu einer Kundgebung gegen Antisemitismus. Zwei Nächte zuvor war die Gedenktafel, die an die Deportation von Jüdinnen und Juden aus Freiburg errinnert, mit einem Hakenkreuz und einem Spruch beschmiert worden.

Nach der Kundgebung setzten sich die TeilnehmerInnen zu einer Spontandemonstration in Bewegung. Auf dem Weg Richtung Innenstadt wurden die DemonstrationsteilnehmerInnen vor dem Jos-Fritz-Café auf die Aktivitäten des Café Palestine Freiburg hingewiesen. Vor der Badischen Zeitung in der Innenstadt fand dann erneut eine Kundgebung statt, dort endete die Demonstration dann auch. (mehr…)

Antisemitische Schmierereien auf der Wiwili-Brücke in Freiburg. Aufruf zu einer Kundgebung gegen Antisemitismus am 26.11.2013 um 19 Uhr auf der Wiwili-Brücke.

Wiwili Schmier
In Form eines bronzenen Mantels mit Davidstern und einer Gedenktafel wird seit 2003 auf der Wiwili-Brücke an die Deportation der Freiburger Juden und Jüdinnen in das Konzentrationslager Gurs in der Nacht vom 21. auf den 22. Oktober 1940 erinnert. Unbekannte beschmierten dieses Denkmal in der Nacht von Sonntag auf Montag mit einem Hakenkreuz und einem Spruch. Das Hakenkreuz wurde auf den linken Ärmel des dort liegenden Mantels gemalt und soll wohl eine Hakenkreuzbinde darstellen, darunter steht das Wort „huch“. Neben dem Mantel wurde der Schriftzug „Auch nur Juden“ geschrieben und ein Pfeil auf den Mantel hinzugefügt. Was genau damit gemeint sein soll, lässt sich nur vermuten. Allerdings springt ins Auge, dass das Hakenkreuz in Form einer Binde auf dem mit dem Davidstern gekennzeichneten Mantel eine Form des Vergleiches anstrebt. Diesen Vergleich hört man heutzutage aus der Ecke der sogenannten „IsraelkritikerInnen“ mit dem typischen Satz „Was früher den Juden angetan wurde, tun heute die Juden den Palästinensern an“. Neben der offensichtlichen Verharmlosung der antisemitischen Verbrechen der deutschen Volksgemeinschaft ist er ebenfalls eine gängige Form der deutschen Schuldabwehr. (mehr…)