Archiv für Mai 2014

Kundgebung gegen rassistische Zustände und die Berichterstattung der BZ!

Das Bündnis gegen rassistische Zustände ruft auf:

Seit dem 18. April berichtet die Badische Zeitung über ein vermeintlich seit Jahresbeginn aufgekommenes Kriminalitätsproblem in Freiburg. Praktisch täglich erscheinen seither Artikel, die mehrere ungeklärte Diebstähle und Überfälle zwischen Altstadt und Stühlinger Kirchplatz einer Gruppe „unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge“ und einem nicht näher definierten „Umfeld“ zuschreiben. Der vermeintliche Anstieg der Vorkommnisse wird dabei immer wieder in Verbindung mit der gestiegenen Zahl von jungen Flüchtlingen in Freiburg gebracht.

Welche Reflexe die kampagnenhafte Berichterstattung bedient, wurde schon in den Onlinekommentaren unter dem ersten erschienen Artikel deutlich. Dort war von einer „No-Go-Area“ die Rede, eine Bezeichnung die später die extrem rechte Onlineplattform „PI-News“ aufgriff. Außerdem wurde die von BZ-Redakteur Joachim Röderer angedeutete Verbindung der gestiegenen Flüchtlingszahlen mit einer steigenden Kriminalität von mehreren Kommentator*innen übernommen und dabei pauschal auf Geflüchtete übertragen. Für noch mehr Empörung unter den Verfasser*innen der Onlinekommentare sorgte aber das angeblich herrschende grün-rote „Gutmenschentum“, das massenhaft und gezielt Kriminelle nach Deutschland holen würde. Gegen diese Situation, so ein Kommentator, könne mittlerweile nur noch ein „Zusammenhalt unter Deutschen“ helfen.

Die im ersten Artikel angelegte Richtung der Debatte wurde durch die weitere Berichterstattung der Badischen Zeitung noch deutlich verstärkt. (mehr…)

Bürgerwehr abgesagt – Kundgebung abgesagt

Wir schauen auf sehr ereignisreiche Tage zurück. Nach Äußerungen der Polizei und von Beteiligten ist mittlerweile klar, dass am Freitag doch keine Bürgerwehr aktiv sein wird.

Die von uns angekündigte Kundgebung morgen im Grün sagen wir hiermit erst einmal ab.

Wir wollen dieses wichtige Thema nun etwas koordinierter und mit mehr Zeit zur Vorbereitung angehen.
Haltet die Augen und Ohren offen!

70 Jahre Bomben auf Freiburg

Am 27. November 2014 jährt sich zum 70. Mal der Luftangriff auf Freiburg durch die Royal Air Force. Dies dient dem Rombach-Verlag zum Anlass, einen Gedenkband für die Getöteten des Angriffs herauszugeben. Die Freiburger Bevölkerung wird dazu aufgerufen, Namen und andere Informationen zu Getöteten und Vermissten an den Verlag zu senden. Das selbst erklärte Ziel dessen ist es, eine möglichst vollständige „Opferliste“ des Angriffs zu erstellen und diese in einem Gedenkband zu illustrieren.

Der Gedenkband und die Initiatorin Carola Schark

Eine der engagiertesten Fürsprecherinnen und Organisatorinnen dieses Vorhabens ist die freie Mitarbeiterin der Badischen Zeitung Carola Schark.1 Seit Jahren publiziert sie in der BZ vor allem zu dieser Thematik, hält Vorträge und gibt Stadtführungen. In ihrem neuesten Beitrag mit dem Titel „Luft-Angriff auf Freiburg: ‚Ich will mich erinnern, dass ich nicht vergessen will‘“2 vom 5. Februar 2014 wirbt sie erstmals für das geplante „Gedenkbuch“, das an einen „der schwärzesten Tage der Freiburger Stadtgeschichte“3 erinnern soll. Wichtig ist ihr die persönliche Form, die der Band erhalten soll, wofür Geschichten, „welche die Persönlichkeit des Genannten erlebbar machen“, gesucht werden. Mit ihren genannten Beispielen „war Stadtrat und engagiert für Soziales“ sowie „war blond und spielte gerne Ball“ entwirft sie ein Bild unschuldiger Opfer und bewundernswerter Menschen. (mehr…)

Rund 400 Menschen auf revolutionärer 1.Mai Demonstration in Freiburg!

Rund 400 Menschen folgten dem Aufruf zur diesjährigen revolutionären 1.Mai Demonstration in Freiburg. Bei mäßigem, aber trockenem Wetter begann der Aufzug am Stühlinger Kirchplatz gegenüber der alljährlichen Kundgebung des reformistischen deutschen Gewerkschaftsbunds. Der erste Redebeitrag der Anarchistischen Gruppe Freiburg befasste sich mit der (oft fehlenden) Kritik am Kapitalismus. Die Freie Arbeiter- und Arbeiterinnen- Union (FAU) Freiburg thematisierte in ihrem Beitrag die Angriffe auf das Streikrecht. Nachdem die Einsatzleitung unverständliche Auflagen in ihr Megaphon nuschelte, setze sich der unangemeldete Demozug durch den Stühlinger in Bewegung.

Während der vordere Teil durch Transparente, Schilder, Fahnen, Regenschirme und Parolen gegen Staat, Nationalismus, Kapitalismus, Festung Europa, Deutschland, Troika, sowie für Kommunismus und Anarchismus versuchte einen kämpferischen und entschlossenen Eindruck zu vermitteln, ging es hinten am Lausprecherwagen und besonders am kosmischen Anarcho-Huhn etwas gelassener und hedonistischer zu. Die Polizei lies es sich nicht nehmen die Demo mit einem Spalier zu begleiten und Filmaufnahmen von den Demonstranten anzufertigen. Nach einem Stop und Verhandlungen mit der Einsatzleitung wurde das Spalier aufgegeben, sowie das Filmen eingestellt.

Am Hauptbahnhof wurde eine Zwischenkundgebung abgehalten. Die Antifaschistische Initative Freiburg ging auf die Gefahr reaktionärer Krisenlösungen wie Rechtspopulismus oder religiösen Fudamentalismus ein. In ihrem Beitrag kritisierte Aktion Bleiberecht scharf die europäische Grenzpolitik.

Weiter gings dann ins Sedanviertel. Die Einsatzkräfte stoppten hier die Demo mit einem massiven Aufgebot in der Moltkestraße. Während dem letzten Redebeitrag setzten sich mehrere Spontis durch das Viertel in Bewegung. Gleichzeitig legten die Sambas los und das Straßenfest begann mit mehreren Soundsystemen, mobilen Essens- und Getränkeständen, Tanzgruppen, Infoständen und einem Spontanauftritt von Freiburgs bester Avantgarde-Punk Band.

Weitere lesenswerte Berichte gibt es vom AKJ, den gewaltbereiten Autonomen, sowie den friedlichen Anwohner*innen.

Die Fotos zur Demo werden nachgereicht. Folgen sind die Redebeiträge dokumentiert. (mehr…)