Archiv für September 2014

Vortrag: „Entschwörungstheorie” mit Daniel Kulla

Votrag und Diskussion mit Daniel Kulla

Montag, 6. Oktober um 20 Uhr
Uni Freiburg: KGI, HS 1098

„Chemtrails“ verpesten den Luftraum der Bundesrepublik, am Absturz von Flug MH17 sind die Illuminaten schuld, eine „Homolobby“ zieht im Hintergrund die Fäden bei ARD und ZDF und die Kämpfer des Islamischen Staates stehen in Wirklichkeit auf der Gehaltsliste der CIA und des Mossads – dies sind nur einige Beispiele dafür, dass sich Verschwörungstheorien auch im Jahr 2014 in Deutschland und weltweit nachhaltiger Beliebtheit erfreuen.

Die Beschäftigung mit Verschwörungsdenken zerfällt jedoch besonders in Deutschland vorwiegend in unkritisches Durchwinken einerseits und akademisch-elitäres Bashing andererseits. Einen anderen Ansatz versucht der Autor und Musiker Daniel Kulla, der das Thema für eine kritische Diskussion überhaupt erst zugänglich machen und die dafür wichtigen Fragen aufzuwerfen will und sich deshalb mit den Mechanismen hinter verschwörungsideologischem Denken auseinandersetzt.

In seinem Buch „Entschwörungstheorie. Niemand regiert die Welt“ betont Kulla die Besonderheit des modernen Verschwörungsdenkens gegenüber früheren Formen; es werden nicht mehr wilde Spekulationen aufgrund unzureichender Informationen angestellt, stattdessen findet eine Reduktion trotz verfügbarer Informationen statt. Dabei kleidet sich moderne Verschwörungsideologie in das Gewand etablierter Autoritäten aus Politik, Geschichts- und Naturwissenschaften und übertrifft diese in der Wirkung beim Publikum in vielen Fällen. Dieser von Kulla als “Travestie” bezeichnete Mechanismus gehört zu den wichtigsten Verbreitungsweisen des Verschwörungsdenkens und sollte nicht durch die üblichen Reaktionen bestärkt werden.

Daniel Kulla ist Autor, Musiker und Lektor. Er lebt in Berlin, arbeitet zu Themenschwerpunkten wie “Entschwörungstheorie”, „kommunistische Aufstände“ oder Rausch, schreibt zeitweise für die Jungle World und produziert als Classless Kulla elektronische Musik.

Facebook-Veranstaltung

Es gibt kein ruhiges Hinterland! Kundgebung gegen die Beteiligung der NPD an Bürgerinitiative in Müllheim am 16.9.2014

Die NPD befindet sich politisch auf dem absteigenden Ast, weder in Sachsen noch in Thüringen schaffte sie es, erneut in die Landesparlamente einzuziehen. Zentral für ihren Wahlkampf war schon immer die rassistische Hetze gegen Asylbewerber*innen, da sie in diesem Punkt immer noch auf großen Anklang in der Bevölkerung hoffen und diesen leider auch finden kann. Diese Taktik versuchen sie nun auch in Müllheim in Baden. Dort wurde ein ehemaliges Hotel umgebaut, um dort ein Asylbewerber*innenheim zu errichten. Zu diesem Anlass will die Stadt einen Helferkreis Flüchtlinge initiieren, welcher den Flüchtlingen die Ankunft in Müllheim erleichtern soll und lädt alle Interessierten am Dienstag den 16.9. um 18:30 ins Rathaus ein. Der NPD Lokalverband Breisgau-Hochschwarzwald hat nun auf seiner Facebookseite angekündigt, ebenfalls dort aufzutauchen, um seiner rassistischen Hetze Luft zu machen. Ressentiments und Hetze gegen Geflüchtete sind trauriger gesellschaftlicher Normalzustand, auch jenseits der Dunstkreise neofaschistischer Parteien. Doch gerade wenn es darum geht, der Hetze auch Taten wie Brandanschläge oder Ähnliches folgen zu lassen, befinden sich organisierte Neonazis immer wieder an vorderster Front. Wir begrüßen es, wenn zivilgesellschaftliche Initiativen versuchen, das Leben von Flüchtlingen so angenehm wie möglich zu gestalten. Um der NPD die Tour zu vermasseln und ein Zeichen gegen die rassistische Gewalt zu setzten, die Flüchtlingen, egal wo sie in Deutschland aufgenommen werden, entgegen schlägt, rufen wir dazu auf, mit uns am Dienstag nach Müllheim zu fahren.

Zugtreffpunkt ist um 17:20 auf Gleis 4 und wir nehmen dann den Zug um 17:35 nach Müllheim. Refugees welcome!

4. Antifa-Kneipe: FILM: „The life and death of Ivan Khutorskoy“ + KONZERT

Wir zeigen die Dokumentation „The life and death of Ivan Khutorskoy“ über das Leben von Ivan Khutorskoy, einen Antifaschist der im November 2009 in Moskau erschossen wurde. Die Dokumentation soll zeigen, welche Rolle Ivan in der Moskauer Punk- und Hardcore-Szene spielte, wie er diese mit auf baute und verteidigte und wie schwierig und lebensgefährlich das Leben als Antifaschist in Russland ist.

Hier der Trailer zum Film:
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Nach dem Film gibt es zwei fette Konzerte:

what we feel + moscow death brigade

WHAT WE FEEL (Hardcore-Punk | Moskau)
MOSCOW DEATH BRIGADE (Hardcore-Rap | Moskau)

Die beiden Bands aus Russland haben weit über die russischen Antifa-Szene hinaus einen Kultstatus und sind nun zusammen auf Europa-Tour.

Hie der Promo-Trailer zur Tour:
> klick <

-> Facebook-Veranstaltung

What We Feel hardcore | https://myspace.com/wwfhc
Moscow Death Brigade | http://moscowdeathbrigade.bandcamp.com
Straightahead Crew | https://www.facebook.com/straightaheadcrew