Archiv für Juli 2015

12. Antifakneipe: Jörg Huber: Fracking – Was kommt da alles hoch?

fracking

Facebook-Veranstaltung

Vortrag von Jörg Huber:

Die politische Ökologie steht auf irrationalem Grund

Von apo­ka­lyp­ti­schen öko­lo­gi­schen War­nun­gen geht eine ste­ti­ge An­zie­hungs­kraft aus. Sie klin­gen pro­phe­tisch, stützen sich je­doch zu­gleich immer auf wis­sen­schaft­lich begrün­de­te Pro­gno­sen. Öko­lo­gi­sche Dis­kus­sio­nen sind nicht ohne an­ge­dreh­te Auf­re­gung aber eben auch nicht ohne de­tail­rei­ches Ex­per­ten­wis­sen vor­stell­bar. Diese Mi­schung aus teils ar­chai­schen, teils hoch­mo­der­nen Kon­zepten zeigt sich ak­tu­ell in der Dis­kus­si­on über die Me­tho­de Fracking.

Da in dieser De­bat­te, wie bei allen anderen Umweltfragen, tat­säch­li­che Pro­ble­me eine Rolle spie­len, las­sen sie sich nicht als ein­fach nur hys­te­risch abtun, wie das ge­ra­de von markt­li­be­ra­ler Seite gern ge­schieht. Denn der Li­be­ra­lis­mus will aus Prin­zip von mög­li­chen Gren­zen der Pro­duk­tiv­kräf­te über­haupt nichts wis­sen, mehr als das Ma­te­ri­al für das Ka­pi­tal war Natur für ihn noch nie. Wegen ihrer wis­sen­schaft­li­chen Ar­gu­men­ta­ti­on muss die Fun­die­rung öko­lo­gi­scher For­de­run­gen aber bei jedem Thema neu be­ur­teilt wer­den, um zwi­schen rea­li­täts­ge­rech­ten Ein­sicht und wis­sen­schaft­lich et­ti­ke­tier­tem Aber­glau­ben zu un­ter­schei­den.

Der ak­tu­ell ver­stärkt pro­pa­gier­te Traum einer nach­hal­ti­gen Pro­duk­ti­on, die unter Ein­satz spar­sa­mer ky­ber­ne­ti­scher Me­tho­den ein har­mo­ni­sches Gleich­ge­wicht im Schoß von Mut­ter Natur er­mög­li­chen soll, ist wenig mehr als die kit­schi­ge Pro­jek­ti­on ak­tu­el­ler ge­sell­schaft­li­cher Zu­stän­de. Öko­lo­gi­sches Pro­blem­be­wusst­sein speist sich we­sent­lich aus ver­scho­be­ner Kri­sen- und Ab­stiegs­angst. Der Sehn­sucht nach einem or­ga­ni­schen Ein­klang mit der Natur ent­spricht daher eine Theo­rie­ent­wick­lung, die gegen alle Ver­nunft davon aus­geht, dass der Ka­pi­ta­lis­mus sich in ein so­wohl öko­lo­gisch wie auch so­zi­al durch­ge­re­gel­tes Kreis­lauf­sys­tem ver­wan­deln ließe. Das ist nicht nur logisch un­mög­lich, son­dern auch Indiz für den völ­li­gen Zer­fall bür­ger­li­cher Hoff­nun­gen. Das öko­lo­gi­sche Den­ken er­klärt die pure Selbst­er­hal­tung, die Si­che­rung ihrer blo­ßen Exis­tenz zum we­sent­li­chen Ziel der Ge­sell­schaft.

Seine Kritik der politischen Ökologie möchte der Referent nicht nur an der „Fracking“-Debatte veranschaulichen, sondern auch an der „grünen Stadt“ Freiburg und der politischen Irrationalität der Grünen, die gewisse Ähnlichkeiten zum Wahn des ökologischen Denkens aufweist.

Jörg Huber ist Physiker und Publizist.
http://joerghuber.net

Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit dem Referat gegen Faschismus des Asta der Uni Freiburg statt.

White Rabbit

Montag, 27.07.2015 um 20.00 Uhr

Wir freuen uns über zahlreiches Kommen!

Interview mit Radio Dreyeckland anlässlich der Griechenland-Soli-Demo am 3. Juli 2015

3juli-demo-foto

Ein Nachtrag zur Griechenland-Soli-Demo:

Ein Beitrag von Radio Dreyeckland inklusive einem kurzen Interview mit einem unserer Mitglieder:

Radio Dreyeckland: Solidarität mit den Menschen in Griechenland!

Solidarität mit den Streikenden bei der Post!

Solidaritätsbekundung anlässlich des Streiks der Post AG

Die Belegschaft der Post ist mittlerweile in der 4. Woche im unbefristeten Streik. Dass sich in letzter Zeit vermehrt Arbeiter*innen auch mit Streiks für die Verbesserung ihrer Lage einsetzen, wie etwa auch die Lokführer*innen der GDL oder die Arbeiter*innen bei Amazon, ist eine begrüßenswerte Entwicklung und eine angenehme Unterbrechung des tristen kapitalistischen Alltags.

Konkret geht es in diesem Streik darum, dass die Post ohne Absprache mit den Gewerkschaften 49 Regionalgesellschaften („Delivery GmbHs“) gegründet hat, in denen die Arbeiter*innen rund 20% weniger Lohn erhalten als ihr Kolleg*innen bei der Post AG. Die Gewerkschaften fordern, diesen Schritt rückgängig zu machen.

Gleichzeitig darf nicht vergessen werden, dass das Problem nicht allein die Lohnpolitik der Post (oder gar deren „Gier“) ist, sondern der Kapitalismus – ein Wirtschaftssystem, in dem Nichts produziert wird, um menschliche Bedürfnisse zu befriedigen, sondern alles der herrschenden Verwertungslogik unterworfen wird.

Wir solidarisieren uns mit den Zielen des Streiks bei der Post und wünschen den Streikenden viel Kraft und Durchhaltevermögen! Zeigt euch solidarisch und besucht die Streikenden im Briefzentrum in Freiburg-Hochdorf!

Einen Einblick in die Lage der Beschäftigten bei der Post und die illegalen Praktiken, mit denen die Post die Streikenden kleinzukriegen versucht, vermittelt dieses Interview bei Radio Dreyeckland: https://rdl.de/beitrag/poststreik-arbeits-und-lebensbedingungen-aller-besch-ftigten-bedroht-post-dr-ngt-auf

Antifaschistische Initiative Freiburg, Juli 2015
aif.blogsport.de

Redebeitrag – Griechenland Soli-Demo 3. Juli 2015

Redebeitrag anlässlich der Demo „Solidarität mit den Menschen in Griechenland! Gegen die deutsch-europäische Verelendungspolitik!“ am 3. Juli 2015 in Freiburg

Solidarität mit den Menschen in Griechenland – Gegen die deutsch-europäische Verelendungspolitik!

„Faule Griechen“ und „deusche Retter“?

Die gegenwärtige Berichterstattung zur Griechenlandkrise bietet diverse, vollkommen falsche Erklärungen, warum der griechische Staat faktisch zahlungsunfähig ist. Ökonomische Kategorien, wie Arbeitslosigkeit, Staatsverschuldung oder Wirtschaftswachstum spielen in der Berichterstattungen bestenfalls eine nebensächliche Rolle. Dem Nationalchauvinismus des deutschen Bürgertums sind hingegen kaum noch Grenzen gesetzt. In der Berichterstattung tauchen vor allem zwei abwegige Erklärungsmuster auf:

Erstens stellen deutsche JournalistInnen „die Griechen“ in der Regel als eine homogene Masse dar, die „faul“ ist, mit Anfang 50 in Rente geht und der europäischen Gemeinschaft auf der Tasche liegt. Sie hätten „über ihre Verhältnisse“ gelebt und seien an ihrer Misere selbst Schuld.

Zweitens werden die Geldgeber als großzügig und aufopferungsvoll dargestellt, die „die Griechen“ mit immer neuen Notkrediten „retten“. Doch das vermeintlich aufmüpfige Griechenland ist nicht bereit oder fähig, die „notwendigen Reformen“ umzusetzen. Die zwei Führungsfiguren der SYRIZA-Partei, Yannis Varoufakis und Alex Tsipras, werden mal als ungezogen, mal als undankbar dargestellt.

Besonders widerlich berichtete die Zeitung Die Welt, welche die vermeintlichen Ursachen der Krise mit der rassischen Unterlegenheit der Griechen erklärte. Bei denen, so der Vorwurf, handle es sich nicht um „Nachfahren eines Perikles oder Sokrates“, sondern „um eine türkisch überformte Mischung aus Slawen, Byzantinern und Albanern“. (1) Der unverholene Rassismus dieser Aussage zeigt, was mittlerweile öffentlich gesagt werden kann, ohne dass dies zu einem medialen oder gesellschaftlichen Aufschrei führt.

An diesen nationalchauvinistischen Erklärungen, in denen ökonomische Realitäten keine Rolle spielen, ist so ziemlich alles falsch.

Ursache der gegenwärtigen Misere: Die Dauerkrise seit 2008

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Demo in Freiburg: Solidarität mit den Menschen in Griechenland! Gegen die deutsch-europäische Verelendungspolitik!

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Facebook-Veranstaltung

Die Ereignisse in Griechenland überschlagen sich zwar, doch eins ist klarer den je: Die irrsinnige, ruinöse Sparpolitik, die von vielen europäischen Regierungen um jeden Preis durchgesetzt wird – allen voran von der BRD – ist eine menschengemachte Katastrophe, der die Linke nicht einfach zusehen kann.

Gemeinsam mit einem breiten Bündnis aus diversen linken Gruppen organisieren wir am Freitag, dem 3.7. um 18.00 am Stadttheater eine Demonstration gegen diese zynische Verelendungspolitik und den antigriechischen Chauvinismus der zur Zeit die Medien dominiert.

Setzt mit uns ein Zeichen gegen den kapitalistischen Wahnsinn und für eine kommunistische Alternative!

Die Krise heißt Kapitalismus.